Karriereplanung

Chancen nutzen – gerade jetzt!

Das Schlagwort Digitalisierung sorgt für viel Gesprächsstoff, viele Theorien und Ausführungsvorschläge umranken das Thema, skeptische Stimmen werden genauso laut wie idealistische. Durch die aktuellen Umstände ausgelöst von der Corona-Pandemie erhält die Digitalisierung eine unverhoffte Chance, sich zu beweisen. Gleichzeitig, lastet ein enormer Anpassungsdruck auf vielen Unternehmen und so auch auf Fach- und Führungskräften. Ein veritabler Flexibilitätstest für alle.

Geschäftstätigkeiten werden wo möglich ins Web verlagert. Früher physisch geführte Interaktionen finden plötzlich im digitalen Raum statt. Die Umstellungen sind allgegenwärtig – die jetzt erzielten Erfolge könnten auch nach Abklingen der aktuellen Lage weiterhin die Digitalisierung vorantreiben. Plötzlich scheinen die kritischen Stimmen in weite Ferne gerückt zu sein und die digitalen Hilfestellungen werden dankbar in individuelle und firmenspezifische Systeme eingeführt.

Doch wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Kompetenzanforderungen heutiger Fach- und Führungspersonen aus?

Die Jörg Lienert AG begleitet seit 37 Jahren Unternehmen in der Rekrutierung von Kaderpositionen. Die enge Zusammenarbeit mit Firmen aus unterschiedlichsten Branchen, die Erarbeitung verschiedenster Anforderungsprofile und der Einblick in diverse Firmenkulturen gibt uns ein breites Bild darüber, was für Kompetenzen von den Mitarbeitenden im Zuge der Digitalisierung erwartet werden. Eines schon vorweg: Die Antworten sind oft sehr branchenspezifisch und abhängig von der Betriebsgrösse. In der Folge ermöglichen wir einen Überblick über die Begriffe, welche uns in diesem Zusammenhang immer wieder begegnen.

Hohes Technologieverständnis
Digitalisierung wird in vielen Unternehmen mit «Vernetzung» in Verbindung gebracht. Vernetzung zwischen Maschinen, zwischen Menschen und zwischen Mensch und Maschine. Die Entwicklung, Implementierung und den Betrieb vernetzter Business-Modelle setzt Problemlösefähigkeit, analytisches, vernetztes und logisches Denken und hohe kognitive Fähigkeiten voraus. Dies führ dazu, dass ein breites Technologieverständnis und IT-Kenntnisse im Sinne von Querschnittkompetenzen heute in den meisten Kaderpositionen vorausgesetzt werden. Zudem werden durch die zunehmende Vernetzung immer mehr digitale Daten generiert und damit die Fähigkeit verlangt, Daten verarbeiten, interpretieren und in einen unternehmensrelevanten Kontext setzen zu können.

Weiter wird Digitalisierung häufig mit «Automatisierung», der Entwicklung und Implementierung autonom arbeitender Maschinen und Systeme, in Verbindung gebracht. In diesem Zusammenhang wird oft die «Fähigkeit, Zusammenhänge bereichsübergreifen zu erkennen», hohes Prozessverständnis und gesteigerte Anforderung an logisches Denken genannt. Generell ist zu vermerken, dass MINT-Kompetenzen – insbesondere Mathematik, Logik und Abstraktionsfähigkeit – für eine steigende Anzahl Jobs relevant sind und deren Bedeutung in sehr vielen Berufen und Tätigkeiten laufend zunimmt.

Ausgeprägte «soft skills»
Nebst dem breitgefächerten Technologie-Verständnis stehen besonders die sogenannten «soft skills» im Vordergrund. Dabei häufig genannte Kompetenzen sind der Kategorien Selbstkompetenzen (aktive Selbstreflexion, persönliche Arbeitsorganisation, Disziplin, Anpassungsfähigkeit, Offenheit neuem Gegenüber) und soziale Kompetenzen (Führungskompetenzen, Kommunikation, Teamfähigkeit, Empathie, Kooperationsfähigkeit) zuzuschreiben. Es wird vermehrt Wert gelegt auf Eigenschaften, welche nicht von Maschinen ausgeführt werden können wie kritisches Denken, Kreativität oder kulturelles Bewusstsein. Auch dem Change Management, der Fähigkeit, Veränderungen rund um Digitalisierung und digitale Transformationen in Teamstrukturen und gegenüber Kunden erfolgreich begleiten zu können, wird hohe Bedeutung beigemessen.

Fusion sozialer und technischer Fähigkeiten
Das Spannende an digitalen Transformationen verbirgt sich in ihrer einzigartigen Umsetzung in jedem Unternehmen. Die verlangten Kompetenzanforderungen eines Mitarbeitenden fliessen genauso in die Prozessgestaltung im Unternehmen mit ein wie die Strukturen eines Unternehmens die «soft skills» eines Mitarbeitenden formen. Die grosse Chance für die Firmen liegt voraussichtlich in der digitalen Transformation selbst, aber vorab sollte folgende Hürde mit Bravour genommen werden: Die Mitarbeitenden zu motivieren, mit Freude Neues zu entdecken, ohne dabei dem Respekt vor Veränderung die Überhand zu lassen.

Dieser Artikel ist entstanden im Rahmen des Fachkurs Digital CFO an der Hochschule Luzern. Als Gastreferentin thematisierte Stephanie Briner, wie sich die Kompetenzanforderungen aufgrund der Digitalisierung und der digitalen Transformation verändern. 

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