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Artificial Substitutes - Zwischen Faszination und Unsicherheit

Zuger Innovationstag Keynote Speaker Michel Fornasier im Gespräch mit Corinne Häggi.

Für eine Roboterhandprothese ist Wäscheaufhängen eine Herausforderung.

Vor kurzem durften wir Michel Fornasier bei uns in Luzern zu einem Gespräch begrüssen. Michel, ohne rechte Hand auf die Welt gekommen, ist der Botschafter für eine «enthinderte Gesellschaft» und weiss bestens, was Artificial Substitutes bedeuten. Im Austausch mit Corinne Häggi wurde das Thema «Brücke zwischen Artificial Substitutes und Menschen» beleuchtet. «Artificial Substitites – The Impact» ist das Thema, mit dem sich der Zuger Innovationstag 2019 auseinandersetzen wird – unter anderem mit Michel Fornasier als Keynote Speaker und Podiumsteilnehmer. 

Der Verlauf des Gesprächs nahm spannende Wendungen: Die Thematik «Artificial Substitutes» lässt sich auch weitaus weniger technisch beleuchten als man erwarten könnte. Schlussendlich haben sich übergeordnete und durchaus philosophische Themen herauskristallisiert – wie das Hinterfragen von grundlegenden Werten und das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit darüber, wie wir den zukünftigen Fokus in unserem technischen Zeitalter setzen wollen. Der Begriff der Digitalisierung – laut Michel Fornasier eines der meistgenannten Wörter im 2018 – hat viele Fragen aufgeworfen und teils auch Unsicherheiten hervorgebracht. So stellt sich der Keynote Speaker des Zuger Innovationstages zum Beispiel die Frage, wie denn nun mit den immer höher werdenden Informationsfluten umgegangen werden sollte. Sich durch einen implantierten Chip «upzugraden» – klingt nach Cyborg und befremdlich – oder wie innerhalb einer Organisationen die Frage der Mitarbeitenden vor Wegrationalisierung und Ersetzung durch Roboter beantwortet werden soll. 

Miteinander statt gegeneinander
Diese eher beunruhigenden Gedanken mit fadem Beigeschmack verknüpft Michel Fornasier mit seinen Erfahrungen und Sichtweisen – mit einem neuen Blickwinkel als Ergebnis: weg von einer «competition», einem Gegeneinander hin zu einer Synergie und Zusammenarbeit zwischen Technologie und Mensch. Seine Ausführungen lassen ein Aufatmen verknüpft mit neuer Hoffnung zu und die Erkenntnis, dass nicht nur Unsicherheiten und Ängste, sondern neue Chancen und Möglichkeiten warten. Durch die Technologie und innovative Ideen kann sich der Mensch auf eine neue Art und Weise entfalten. Roboter können im Alltag Arbeiten abnehmen, wodurch wir uns auf die Innovationen, die Phantasien und die Kreativität eines jeden Einzelnen konzentrieren können. Für Fornasier ist es eine Gratwanderung zwischen Faszination und Ungewissheit. 

Menschlicher Körper als Wunderwerk
Mit persönlichen Alltagserfahrungen bringt Michel Fornasier etwas Licht ins Dunkle – wortwörtlich indem er z.B. beschreibt, wie schwer es für eine «Roboterhandprothese» ist, eine Glühbirne auszuwechseln – und lässt uns erkennen, dass dort, wo Roboter an ihre Grenzen kommen, wir die Möglichkeit erhalten, aufs Neue mit viel Dankbarkeit zu erkennen, was es heisst ein Mensch zu sein, mit einem Körper, welcher «ein Wunder ist»! Schnell wird klar, wie oft der Keynote Speaker selbst solche Thematiken reflektiert und sich selbst die Frage stellt: welchen Werten wollen wir folgen?

Feinstoffliches herausfiltern
Auch Corinne Häggi schliesst sich mit ihren Ausführungen der Wichtigkeit von Werten an. Was ist sinnvoll? Was macht den Menschen aus? Auch sie vertritt in ihrem Daily Business die Ansicht, dass der Mensch nach wie vor im Zentrum stehen soll – sie will den Menschen erleben, hinter die Fassaden sehen und das Feinstoffliche erkennen. Eine Erfahrung, welche nach wie vor den persönlichen Kontakt braucht. Die beiden Gesprächspartner sind sich einig: Ein Hinterfragen von Begriffen und Werten, ein Aufrechterhalten von Altem und ein Ermöglichen von Neuem – und dabei ganz wichtig: das Erschaffen einer Plattform, wo solche Gespräche geführt werden können – mit Ernsthaftigkeit, aber auch einem Funken Humor, mit Optimismus und Offenheit – halt den Werten des Menschseins. 

Das Gespräch mit Michel Fornasier hätte gerne noch ein paar Stunden weitergehen können, weswegen wir uns umso mehr freuen, die Thematik am Zuger Innovationstag 2019 noch zusätzlich vertiefen zu dürfen. 

Weitere Informationen zum Zuger Innovationstag 2019 und zu Michel Fornasier.

Autorinnen: Corinne Häggi und Lisa Vollmeier

Die perfekte Einstimmung: Michel Fornasier, Corinne Häggi (Niederlassungsleiterin Zug) und Lisa Vollmeier (Assistentin/Kommunikation) bereiten sich auf einen spannenden Zuger Innovationstag vor.

Michael Fornasier, Keynote Speaker am Zuger Innovationstag 2019

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